Anzucht mit Papierrecycling

Ein Artikel über die Anfänge der Selbstversorgung und die Anzucht im Frühjahr


Wir haben in den letzten Jahren schon viel ausprobiert, gepflanzt und geerntet. Um wahrhaft in einen Selbstversorgerstatus zu kommen im Obst und Gemüseanbau, dazu bedarf es noch viel mehr als nur ein paar Tomaten, Gurken und Kürbis anzubauen. Im Sommer hat uns das schon gut gefallen, nur frisches Gemüse zu essen, aber für den Winter wollen wir ja auch vorsorgen. Deshalb benötigen wir eine größere Pflanzplanung, aber auch eine Planung für die Ernte. Sie werden zu Lebensmitteln verarbeitet für den Winter.


Mein Anspruch an die Selbstversorgung geht so weit, dass ich nichts mehr im Supermarkt einkaufen gehen muss. Ich möchte meine Familie aus unserem eigenen Garten versorgen und mit Waren von Bauern aus unserer regionalen Umgebung, direkt vom Bauernhof.


Milch für unseren Bedarf und unsere Käsezubereitung kaufe ich beim Biomilchbauern zwei Kilometer weiter von uns.

Ich kenne seinen sauberen Stall, seine Weiden, seine Familie und seine 15 Kühe schon seit Jahren. Wenn einmal die Lebensmittelversorgungskette unterbrochen ist - die Kühe müssen ihre Milch jeden Tag loswerden. So habe ich unsere Milch in jedem Fall gesichert.


Dinkel und Waldviertel Winterroggen hole ich bei einem anderen Biobauern 4 km weiter in die andere Richtung. Per 10 kg Sack bekomme ich auch hier die Grundlage für das Brot, das ich uns immer frisch backe und z.B. die Dinkelgemüselaibchen. Wie ich den Käse und andere Lebensmittel für die Lagerung, zum Einkochen oder Einfrieren vorbereite, werde ich hier im Block immer mal posten.


Jetzt auf jeden Fall berichte ich von meiner Neuerung, unsere jährliche Anzucht in Papierrecycling zu machen. Wenn meine Pflanzen im Saatkästchen soweit sind, dass sie pikiert werden können, benötige ich kleine Anzucht-Becher mit Erde. Doch die Plastikbecher gehen nach und nach kaputt. Beim Versuch neue zu kaufen, die verrottbar sind, stellte ich fest, dass ich für ca. 600 Pflänzchen ganz schön viel Geld hinlegen muss. Es ist nicht so dass ich kein Geld hätte, aber es kratzt mich, wenn ich zur kompletten Selbstversorgung hinstrebe, und doch immer wieder darauf angewiesen bin, neu zu kaufen.

Auf der Suche im Internet nach einer Alternative bin ich fündig geworden. Ich entdeckte eine Blumentopfpresse aus Holz. Die Zeitungen, die man mir das ganze Jahr ungefragt in den Briefkasten legte, habe ich gesammelt. Nun werden sie zu Papierblumentöpfen verarbeitet, die ich zur Anzucht in jedem Frühling brauche.


Mit den folgenden Fotos möchte ich sie euch vorstellen.



Die Zeitung faltest du auseinander und schneidest sie der Höhe nach in drei Teile. Für einen Blumentopf benötigest du zwei, so erzeugte Papierstreifen. Wie auf dem Foto, legst du die Papierstreifen übereinander und wickelst sie um den Kegel. Dann faltest du das Papier unten zusammen. Zum Schluss presst du den Holzkegel auf den dazugehörigen Pressteller. Und fertig ist dein Anzuchttöpfchen. Nun füllst du es noch mit Erde.


Nach dem Pikieren der Pflänzchen gießt du sie an und die Anzuchtöpfchen sind fest und stabil. Darin können die Pflanzen wachsen, bis sie nach draußen dürfen.


Bei Gurken, die ich später zu dritt an einen Stab zum Klettern pflanze, nehme ich einen größeren Topf. Bei Tomaten, die ihren Prinzessinnenthron mit niemandem teilen wollen, nehme ich ein kleineres Töpfchen, in dem sie allein wachsen dürfen, bis sie reif und stark für den Garten sind.




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