Gevatter Tod und die Spiritualität

Der Tod ist ein weitgehend verdrängtes Thema in unserer Gesellschaft. Wir streben danach, für immer jung zu sein, grenzen die Alten und das Alter möglichst aus unserem Bewusstsein und unserer Wahrnehmung aus, und auch die „Alten“ tun ihr Möglichstes, sich jung und fit zu halten. Tatsächlich umgibt uns aber der Tod auf allen Seiten, ebenso wie ständige Erneuerung und Neugeburt. Der Tod gehört sozusagen zum Leben.

In allen Spirituellen Traditionen gehört der Tod und die Beschäftigung mit dem Tod deshalb zu der grundsätzlichen Spiritualität dazu: Erst die Beschäftigung mit der Dimension jenseits des sterblichen körperlichen Lebens führt zu der Erkenntnis und der Erfahrung bereits im Leben, wer wir tatsächlich sind:

Wir sind eine unsterbliche Seele in einem sterblichen Körper.

Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass wir eine unsterbliche Seele sind, und dass die Rückkehr zu Gott nach dem Tod uns von den Lasten des Lebens befreit, verliert der Tod seine drohende Gestalt.

Die meisten Seelen auf dieser Erde befinden sich in einem Kreislauf von Leben und Tod: Sie kehren nach einem erfolgten Leben zurück in eine Zwischenwelt, in der sie gereinigt werden, die Seele sich vorbereitet auf die nächste Geburt, und entsprechend ihres „Karmas“, also ihrer vorhergegangenen Entscheidungen und Taten im vergangenen Leben, wieder in neue Welten „gezogen wird“. Das ist ein weitgehend unbewusster Vorgang für die meisten Seelen, und sie können je nach ihren Vorleben wieder als Mensch, als Tier oder als geistige Wesenheit geboren werden in einer feinstofflichen höheren Dimension. Das kann sowohl auf dunklen Planeten als auch auf lichten feinstofflichen Planeten der Fall sein, je nachdem, ob der Mensch mehr Dunkelheit (Egoismus) oder mehr Licht (Selbstlosigkeit, Dienst, Hilfe und Mitgefühl für andere) angesammelt hat im vergangenen Leben.

Einige entwickelte Seelen haben dort schon eine höhere Bewusstheit erlangt, und können diesen Prozess des Übergangs aus dem einen Leben in ein nächstes Leben und die Erfahrungen in der „Zwischenwelt“ mehr oder weniger bewusst erleben, und gewisse Entscheidungen treffen, wie sie das nächste Leben verbringen wollen, um sich weiter zu entwickeln. Wir haben in unseren schamanischen Rückführungen, die die Ursachen bestimmter Krankheiten oder von Leid untersuchen, immer wieder Situationen erlebt, in denen die Seele vor der Inkarnation oder sogar bereits auf dem Weg zur Inkarnation in den Leib ihrer Mutter Entscheidungen getroffen haben, die ihr jetziges Leben beeinflussen.

Andere Seele, die schon viele Inkarnationen hinter sich haben im Universum, oder einige wenige Seelen, die direkt aus göttlichen Welten inkarnieren, streben Befreiung vom Kreislauf des Lebens und Tod und der verschiedenen Wiedergeburten an. Sie wollen zurück zu Gott, in die Regionen außerhalb des Universums, zur Quelle und zum Ursprung, und für ewig mit Gott in seinem Reich zusammen sein. Für diese Seelen ist „Moksha“, die Befreiung, ein erstrebenswertes Ziel nach dem Tod. Diese Seelen beschäftigen sich in ihrem Leben intensiver mit Gott, z.B. als eingeweihte Devotees alter Meisterlinien, und bereiten sich bewusst auf den Übergang zum Zeitpunkt ihres Todes vor. Gott wird bereits in ihrem Leben wichtiger für sie als das materielle Leben, das sie umgibt.

Das ist für die meisten anderen Seelen schwer zu verstehen, da die meisten anderen Seelen mehr Interesse am Leben als an Gott haben, und das ist auch richtig so – so ist das Universum eingerichtet.

Die Seelen, für die die „Anderswelten“, also die feinstofflichen Dimensionen jenseits des physischen Lebens interessant werden, beschäftigen sich schon zu Lebzeiten mit dem Tod, und sie werden z.B. Schamanen, Heiler, oder feinstoffliche Mittler zwischen den Welten. Der „Gang durch den Tod“ bereits während des Lebens gehört üblicherweise mit zu der Entwicklung dieser Seelen. Das kann als schwere Krankheit auftreten, oder als massive leidvolle Erfahrungen während des Lebens, wodurch das „Angehaftet sein“ an das Leben sich relativiert.

Diejenigen Seelen, für die sogar Gott und seine „nichtstofflichen Welten jenseits von Raum und Zeit“, und die Verschmelzung mit der ewigen Glückseligkeit Gottes wichtig wird, ändern ihr Leben noch gravierender, und richten sich bereits während des Lebens auf den ewigen Dienst an Gott aus. Ihre Anwesenheit unter den Menschen ist für die Gesellschaft und die Menschen in denen sie leben ein großes Glück und Zugewinn, denn diese Seelen werden zu Heiligen unter den Menschen, und bringen Licht und die Gegenwart Gottes in eine Welt der Dunkelheit und des Egoismus. Sie sind dafür da, den Menschen zu helfen, sie aufzurichten und ihre Schwingung zu erhöhen, selbst wenn sie nicht reden, sondern nur anwesend sind in Stille. Sie strahlen ihre Heiligkeit auf ihre gesamte Umgebung aus, und bescheren den Menschen, zwischen denen sie leben, Erkenntnis, Wohlstand, Wohlergehen und unverdientes Glück.

Die meisten Seelen jedoch befinden sich mit „voller Absicht“ aus höherer Perspektive ihres Seins in einem scheinbar ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Reinkarnation, und wollen wiederholte Erfahrungen in diesen vielen sich immer wiederholenden Leben machen.

Auch für diese Menschen – die meisten von uns – gab es in den alten vedischen Gesellschaften die Beschreibung der vier Lebensabschnitte – der vier „Ashramas“ – die der Mensch durchläuft, mit der Beschreibung der Pflichten und der Ausrichtung für jeden dieser Lebensabschnitte. Der Zweck dieser Anleitungen war, den Menschen in Bewusstheit durch sein Leben zu führen, und ihm eine möglichst bewusste Zeit des LEBENS aber auch der Vorbereitung und des Überganges zum TOD zu ermöglichen. Man wusste zu dieser Zeit – das würde Einfluss auf die folgenden Leben nehmen.

In den letzten beiden Lebensabschnitten (Ashramas), die beschrieben werden, reinigt sich der Mensch von den wissentlichen und unwissentlich begangenen Egoismen und Fehltritten, also Verdunklungen seines Lebens. Das dritte Lebensstadium beginnt nach dem aktiven „Haushälter-Dasein“, also nachdem die Kinder groß geworden sind, und eigene Kinder gezeugt haben, die jetzt heranwachsen. In alten Zeiten war es üblich, zu dieser Zeit die Geschäfte und die Verantwortlichkeit für die materielle Unterhaltung des Lebens in die Hände der jetzt erwachsenen Söhne abzugeben.

Für die Alten begann jetzt die Zeit ihrer Selbstreflexion, und der inneren Beschäftigung mit ihren vergangenen Taten, und ihrer Zukunft. Sie hatten Zeit, um in sich zu gehen, weise zu werden, und sich emotional zu reinigen von den Begehrlichkeiten des Lebens. Es war klar, der Tod kam näher, und es war Zeit, zu beginnen, sich auf den Übergang vorzubereiten, um bewusst Gott gegenüber zu treten nach seinem Tod, und „Rechenschaft abzulegen“: War ich ein guter Mensch? Was habe ich für Verdienste im höheren Sinne, was für Fehler begangen aus der Sicht einer angestrebten Höher-Entwicklung meiner Selbst und der mir anvertrauten Menschen? Wer war ich, wer bin ich, und wer strebe ich an zu sein?

Die letzte Phase, der letzte „Ashrama“, begann nach dieser Zeit der Selbstreflexion, und war wohl nicht von allen entwickelten Seelen erreichbar: Der Lebensabschnitt des Entsagenden. Bereits im dritten vorher beschrieben Ashrama ließ der Mensch seine materiellen Begehrlichkeiten und Güter hinter sich, und übergab die Geschäfte an die jüngere Generation. Jetzt – im vierten Lebensabschnitt – entsagte der Wahrheitssucher auch den letzten Bindungen an Familie, Besitz und Wohnung, und zog in Gott verbunden und ewige Weisheiten lehrend als Heiliger durch das Land. Er wurde gern gesehen und bewirtet von Menschen, die er traf, und brachte Licht in ihre Leben. Sein Leben war unangehaftet, auf Gott ausgerichtet, und jeden Tag bereit, Gott zu treffen.

Nicht jede Seele war weit genug entwickelt, um all diese Vorgänge und Lebensabschnitte bewusst zu durchleben, sie beschreiben jedoch einen Ablauf von Konzentration und Ausrichtung im Leben des Menschen, in dem das Wesentliche die Oberhand hat. Dadurch bereitet sich die Seele im letzten Drittel ihres Lebens sehr bewusst auf den Tod vor, und damit auch auf die Zeit der Besinnung und Neuorientierung, des Treffens mit Gott, und letztendlich auf ein neues Leben in möglichst glücklichen Umständen.

Wenn der Tod bewusst ist, dann verschwindet die Angst vor dem Sterben. Und wenn die Angst vor dem Sterben gegangen ist, dann ist der Tod der Begleiter des Lebens, denn wer geboren wurde, wird sterben. Aber die Seele wurde nie geboren, und wird nie sterben. Was gibt es also zu fürchten? So sagen die Alten, und so wird das Leben erst lebenswert.












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