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Neue Wünsche, neues Glück


Wünsche enfalten sich nach einer Hierarchie der innewohnenden Freude im Falle der Wunscherfüllung. Es gibt eine einfach zu verstehende Skala einer "Feude-Verfeinerung", die die jeweilige Wunscherfüllung mit sich bringt.



Erste Stufe: Selbstbezogene Wünsche

Selbstbezogene Wünsche sind nichts Schlechtes. Sie treiben die meisten Menschen an. Die Erfüllung oder Nichterfüllung selbstbezogener Wünsche bringt Freude und Leid mit sich, in ausgewogenem Maß. Einmal Freude - einmal Leid. Bei Wunscherfüllung Freude, bei der Nichterfüllung des Wunsches Leid. Manchmal bringt die Erfüllung eines Wunsches auch zuerst Freude, und später, wenn sich die Umstände ändern, bringt es Leid. Eben weil sich die Umstände geändert haben, und sich der ursprüngliche Nutzen zu Leid verwandelt hat.


Ich glaube, die Erfüllung und Nichterfüllung dieser selbstbezogenen Wünsche kennt jeder. Ich brauche nicht weiter darauf einzugehen, denn auch jeder hat bereits die Freude und das Leid erfahren, die damit einhergehen. Wir hoffen immer, dass die Freude mehr ist als das Leid, aber Freude und Leid sind gleichverteilt und wechseln sich im Verlauf des Jahres, im Verlauf des Lebens, oder im Verlauf mehrerer Leben immer wieder ab.



Zweite Stufe: Wünsche der Hingabe

Wünsche der Hingabe sind im Gegenzug zu selbstbezogenen Wünschen solche Wünsche, die die Selbstbezogenheit für einen gewissen Zeitraum aufgeben, um eine Erfahrung zu machen. Das kann zum Beispiel das Erlernen und Praktizieren eines Handwerks oder Hobbys sein, das Erfahren oder Erschaffen eines Kunstwerks, oder die Hingabe an einen helfenden Beruf oder eine helfende Tätigkeit, die anderen Menschen Mehrwert, Nutzen oder Heilung bringt.


Im Rahmen der Hingabe an die Erfahrung oder Tätigkeit tritt ein Vergessen des "Ich" auf, und der permanente Wechsel aus Leid und Glück weicht einer vertieften Erfahrung in einem Seinszustand.


Dieses Glück ist auch nicht permanent. Es verschwindet mit dem Wechsel des Lebensalters, der Bedingungen in der Welt und im Universum, mit den Umständen die uns umgeben und gestatten, diese Erfahrung fortzuführen, oder einfach mit unserem nachlassenden Interesse.


So wie alles im Universum ist auch dieses Glück endlich, aber es lässt unser Glück-Leid-behaftetes "Ich" oder "Selbst" für eine gewisse Zeit vergessen und gewährt uns Zugang zu einer höheren Form von Freude, einer Freude in einer Erfahrung im Jetzt, im Sein.


Dritte Stufe: Wünsche für Gott, die Quelle aller Liebe

Wünsche, die die Hingabe an Gott und die ewige Quelle der Liebe zum Ziel haben, erschließen den Bereich der lange währenden Glückseligkeit, bis hin zu ewig währender Liebesfähigkeit. Der Hingebende versinkt in der Liebe Gottes. Die Erfahrung der Glückseligkeit kann sich immer weiter verfeinern, in immer feiner werden Liebeszuständen (Ras = Essenz der Liebe).


Dadurch, dass die Wünsche nicht auf das eigene Glück ausgerichtet sind, sondern auf das Wohlergehen der göttlichen Quelle und des Ursprungs der Liebe, werden die Wünsche heilig, und die Erfüllung der Wünsche erzeugt heilige Kunstwerke und Schöpfungen.


Alte große Künstler wie Leonardo da Vinci und Micheangelo im westlichen Kurlturkreis hatten oft die Göttlichkeit als Thema ihrer Werke. Dadurch wurden die Künstler groß und die Kunstwerke heilig.


Im gesamten indogermanischen Sprachraum und Kulturkreis gibt es eine lange Tradition der Verehrung der Göttlichkeit und ursprünglichen Liebe.


Im Yoga heißt diese Heiligkeits-, Verehrungs- und Hingabe-Erfahrung "Samadhi", und je nach Praxis, Isht (angestrebter und verehrter Form Gottes) und Selbstlosigkeit der Liebesfähigkeit des Übenden werden die Erfahrungen höchst verfeinert.



In diesem Sinne wünschen wir im Neuen Jahr die Erfüllung all deiner Wünsche auf der von dir angestrebten und praktizierten Plattform! Alles ist Erfahrung im Sinne Gottes, und dient letztendlich einem gemeinsamen Zweck.


Shri Haridas!



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